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Was gehört heute in ein Bewerbungsdossier in der Schweiz

5 Minuten Lesezeit · Zuletzt geprüft am 08.09.2026

Ein vollständiges Dossier ist in der Schweiz umfangreicher als in vielen Nachbarländern. Wer aus Deutschland oder Österreich kommt, unterschätzt das regelmässig, und wer schon lange nicht mehr gewechselt hat, hat oft eine Fassung im Kopf, die zehn Jahre alt ist.

Hier steht, was heute üblich ist. Nicht, was eine Vorlage vorschreibt.

Die vier Teile

Ein Schweizer Dossier besteht in aller Regel aus vier Teilen, und zwar in dieser Reihenfolge:

  • Motivationsschreiben, eine Seite, auf die konkrete Stelle bezogen
  • Lebenslauf, zwei Seiten, umgekehrt chronologisch
  • Arbeitszeugnisse, das aktuellste zuerst
  • Diplome und Zertifikate, nur die einschlägigen

Alles in einer einzigen PDF-Datei. Mehrere Anhänge sind der häufigste Grund, warum ein Teil beim Empfänger nicht ankommt.

Das Arbeitszeugnis ist die Schweizer Besonderheit

In der Schweiz hast du nach Artikel 330a des Obligationenrechts Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, und Arbeitgeber erwarten, dass du es beilegst. Das ist der grösste Unterschied zu einem deutschen oder einem angelsächsischen Dossier.

Zeugnisse sind wohlwollend formuliert und trotzdem abgestuft. Wer sie nie gelesen hat, hält ein durchschnittliches Zeugnis leicht für ein gutes. Es lohnt sich, die eigenen Zeugnisse einmal in Ruhe durchzugehen, bevor sie in ein Dossier wandern.

Fehlt ein Zeugnis, weil das Arbeitsverhältnis noch läuft, schreibst du das ins Motivationsschreiben. Eine Lücke ohne Erklärung wirkt schlechter als eine erklärte.

Das Foto

In der Schweiz ist ein Bewerbungsfoto weiterhin üblich, aber nirgends vorgeschrieben. Es gibt keine Pflicht dazu, und es gibt auch keinen Nachteil, wenn du dich dagegen entscheidest.

Wenn du eines verwendest: ein aktuelles, sachliches Bild. Ein Ferienfoto mit weggeschnittener Nachbarin fällt auf, und zwar nicht positiv.

Was du weglassen kannst

  • Zeugnisse aus der Schulzeit, sobald du mehrere Jahre Berufserfahrung hast
  • Kurse ohne Bezug zur Stelle
  • Angaben zu Konfession, Zivilstand und Familie; sie gehören nicht ins Dossier und werden zunehmend als veraltet gelesen
  • Ein Deckblatt; es kostet eine Seite und trägt nichts bei
  • Die Kopie deines Ausweises, solange niemand danach fragt

Dateiname und Format

Ein PDF, benannt nach dem Muster Nachname_Vorname_Stelle.pdf. Der Name landet in der Ablage des Empfängers, und dort konkurriert er mit dreissig Dateien namens Bewerbung.pdf.

Achte auf die Grösse. Eingescannte Zeugnisse in voller Auflösung machen aus einem Dossier schnell fünfzehn Megabyte, und manche Postfächer nehmen das nicht an.

Quellen

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